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Reden ist Gold

Beziehung Arzt-Patient beeinflusst Behandlungsergebnis

Die umfassende Aufklärung des Patienten über seine Krankheit und seine aktive Beteiligung an der Behandlung tragen maßgeblich zum Erfolg medizinischer Versorgungsprogramme bei. Dass die Kommunikation und die Beziehung zwischen Arzt und Patient gar eine Schlüsselrolle für das Behandlungsergebnis spielen, machte das 2. Deutschsprachige Rapid Recovery Symposium (11./12. April, Leipzig) deutlich.

 

Vor allem eine Erkenntnis ließ aufhorchen: Der gleichberechtigte Umgang mit dem Patienten sowie eine zugewandte, einfühlsame und interessierte Kommunikation sind weit mehr als Wohlfühlfaktoren. Die Empathiefähigkeit des Klinikpersonals entscheidet nicht nur darüber, ob ein Patient seine Therapie positiv oder negativ bewertet – sie bestimmt sogar, ob er Arzt und Pflegekraft als fachlich kompetent ansieht. Zu diesem Ergebnis gelangt Prof. Dr. Andrea Dehn-Hindenberg, die an der Europäischen Fachhochschule in Rostock vergleichende Gesundheitswissenschaften lehrt: „Der Patient als medizinischer Laie kann nur das Zwischenmenschliche sicher einschätzen. Dieses Urteil überträgt er auch auf die Qualität der Behandlung.“ Deshalb sei der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient besonders wichtig.

 


 

„Nach einem Eingriff erinnern sich Patienten vor allem an die zwischenmenschliche Kommunikation und die persönliche Behandlung und erst danach an die klinischen und technischen Erfahrungen“, berichtete sie. Die psycho-soziale Kompetenz des Arztes sei neben der fachlichen daher in besonderem Maße gefragt. Es reiche nicht, „sich die Diplome an die Wand zu nageln“. Mit der Formel „Gesundheitskommunikation ist Ressourcenaktivierung“ brachte sie ihre Resultate auf den Punkt und betonte: „Die Beziehung und die Kommunikation zwischen medizinischen Leistungserbringern und Patienten sind Voraussetzungen für die Akzeptanz von Therapiemaßnahmen sowie für eine aktive und die Genesung fördernde Zusammenarbeit.“ Sie begünstigten ein positives Behandlungsergebnis somit entscheidend.




Prof. Dr. Edmund Neugebauer, der an der Universität Witten-Herdecke den Lehrstuhl für Chirurgische Forschung innehat, bestätigte diese Folgerungen. Als wissenschaftlicher Leiter des 2. Deutschsprachigen Rapid Recovery Symposiums appellierte er an das Forum in Leipzig, mit alten Mustern zu brechen und einen neuen Kommunikationsstil zu etablieren, der den Patienten an Entscheidungen beteiligt – am besten innerhalb eines interdisziplinär angelegten Behandlungskonzeptes. Nur so sei es möglich, das bestmögliche individuelle Gesundheitsergebnis zu erreichen. Er beschrieb in seinem Vortrag die Methode des „Shared Decision Making“: Der Arzt informiert über Optionen und Evidenz, der Patient äußert eigene Präferenzen, und gemeinsam bestimmen beide, wie der Behandlungsprozess gestaltet wird. Nicht nur der Arzt – „alle Beteiligten haben entscheidungsrelevante Informationen“, betonte Prof. Neugebauer.
 

Dr. Matthias Gansel: „Patientenschule zahlt sich aus.“


Dass sich der Mehraufwand lohnt, den umfassende Aufklärung und aktives Einbeziehen des Patienten zunächst mit sich bringen, machte Dr. Matthias Gansel, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik Volmarstein, deutlich. Seine Abteilung für Allgemeine Orthopädie wendet schon seit 2011 Rapid Recovery an. „In der Zentralen Aufnahme beispielsweise hat der aufgeklärte Patient kaum noch Fragen, denn er war bereits vor dem stationären Aufenthalt in unserer Patientenschule und weiß damit genau, was mit ihm passiert, warum er Schmerzen hat und wie lange diese wahrscheinlich andauern werden“, berichtete Dr. Gansel. Das spare viel Zeit: „Vor der Einführung des Behandlungsprogramms mussten wir in annähernd jedem Zimmer dieselben Sachverhalte erläutern.“ Auch die verbesserten Ergebnisse sowie die kürzeren Verweildauern der Rapid-Recovery-Patienten sprächen eine deutliche Sprache. „Sie zeigen, dass sich die intensive Kommunikation mit dem Patienten mehr als auszahlt.“

 



Aus Patientensicht schilderte Manfred Kremer auf dem Rapid Recovery Symposium, wie wichtig es ist, dass die Meinungen und Bedürfnisse der Patienten ernst genommen werden und in den Behandlungsprozess mit einfließen. Kremer wurde 2011 im Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss ein künstliches Schultergelenk implantiert. Seither berät der pensionierte Psychologe dort das Rapid-Recovery-Team um Prof. Dr. Jörg Jerosch und bringt seine Erfahrungen als Patient in die Steuerungsgruppe ein. Er ist überzeugt: „Auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren ist für alle Seiten gewinnbringend.“ Als Patientenvertreter überprüft Kremer beispielsweise die Informationsbroschüren auf ihre Verständlichkeit hin. In Leipzig unterstrich er: „Wenn man einen Patienten gewinnen will, muss man seine Sprache sprechen.“
 

Dass Patienten nicht mehr nur blind dem Arzt vertrauen wollen, sondern zunehmend als kritische Verbraucher auftreten, hat auch der Gesetzgeber erkannt. Mit dem neuen Patientenrechtegesetz, das am 26. Februar 2013 in Kraft getreten ist, stärkt er unter anderem das Recht der Patienten auf ausführliche Aufklärung über „sämtliche wesentliche Umstände der Behandlung“. Damit fordert er von den Behandelnden, der Kommunikation mit dem Patienten deutlich mehr Raum zu geben als bisher üblich. Im Rapid Recovery Programm ist diese Anforderung bereits erfüllt: Mit dem standardisierten Vorgehen bei der Patienteninformation sind Arzt und Klinik auf einem guten Weg.
 

Mehr Informationen

 

 

 


Dr. Claus Cremer, Spital Wallis, Brig

"Anämieprophylaxe
als Teil orthopädisch-chirurgischer Versorgungs-prozesse"
 

 

Kontakt

Rapid Recovery-Team

Tel. + 43 (0) 664 6193009

E-Mail: iris.kaltenbrunner@biomet.com