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Rapid Recovery erstmals für die Wirbelsäulenchirurgie

Pilotphase startet in Frankfurt


In der Hüft- und Knieendoprothetik hat es sich längst bewährt, auch in der Schulterendoprothetik wird es erfolgreich angewendet – jetzt haben Operateure der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main gemeinsam mit Experten von Biomet das Behandlungskonzept Rapid Recovery (RR) auf die Versorgung von Patienten der Wirbelsäulenchirurgie übertragen.


„Rapid Recovery Spine“ wird derzeit in Deutschland, den Niederlanden und Groß-britannien parallel entwickelt. Ziel ist es, auch in diesem Bereich die Patienten rascher zu mobilisieren, Komplikationsraten und Kosten zu senken sowie die Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern zu steigern. Seit Anfang des Jahres läuft die Pilotphase in Frankfurt. Eine erste Patientengruppe wurde dort Ende Januar nach dem Rapid Recovery-Konzept versorgt.


Grundlagen
Effizient strukturierte, interdisziplinär abgestimmte Abläufe, eine frühe Mobilisierung und die umfassende Aufklärung des Patienten sind die Grundpfeiler von Rapid Re-covery. Das gilt sowohl für die Endoprothetik als auch für die Wirbelsäulenchirurgie. Jede Disziplin hat ihre eigenen Anforderungen, aus denen sich Unterschiede zwischen den verschiedenen Rapid Recovery-Versionen ergeben.


Aufklärung
„Der Informationsbedarf beispielsweise ist bei Wirbelsäulenpatienten aufgrund ihrer Vorgeschichte – chronische Schmerzen über einen langen Zeitraum – im Vergleich zu anderen Patienten in der Chirurgie besonders hoch“, erklärt Dr. Christoph Fleege, Oberarzt der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie an der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim. Zudem schränkt der Eingriff an der Wirbelsäule die Patienten in ihrer Mobilität besonders stark ein. Daher ist geplant, neben der bereits installierten Patientenschule eine Woche vor der Operation zusätzlich eine zweite Schulung kurz vor der Entlassung einzurichten. Ihr Schwerpunkt soll die Mobilisierung sein.


Klinischer Prozess
Wie in der Endoprothetik wird auch in der Wirbelsäulenchirurgie mit Rapid Recovery weitestgehend auf Drainagen verzichtet. Die Erfahrungen aus der Hüft- und Kniechirurgie zeigen, dass auf diese Weise Komplikationen vermieden werden können. Der Blasenkatheter und der zentrale Venenkatheter werden frühzeitig, vorzugsweise bereits am OP-Tag, gezogen. In der Schmerztherapie werden möglichst wenige Opiate verabreicht,auch auf Korsetts wird so weit wie möglich verzichtet. Das Pflegepersonal widmet sich neben der Pflege vermehrt der Mobilisierung – dem „Training“ – der Patienten.„Möglicherweise wird auch die lokale Infiltrationsanästhesie künftig für die Wirbelsäulenchirurgie eine schonende Option sein – das wird derzeit in den Niederlanden getestet“, berichtet Dr. Claudia Linke (Biomet), die das Programm mitentwickelt.


Fokus
RR Spine wird zunächst bei Spondylodese-Patienten eingesetzt, die an einem oder zwei Segmenten der Lendenwirbelsäule versorgt werden. „Die Patienten müssen klare Einschlusskriterien erfüllen: nur kleine Voroperationen, keine erheblichen Vorerkran-kungen und ein Mindestmaß an Mobilität“, betont Dr. Fleege. Außerdem gilt: Erst wenn eine konservative Behandlung keinen Erfolg mehr zeigt und die Lebens-qualität erheblich eingeschränkt ist, wird operiert.


Veränderungsmanagement
Die Umstellung der Behandlungsabläufe auf Rapid Recovery ist ein intensiver Prozess, an dem alle beteiligten Berufsgruppen aktiv teilnehmen: Operateure und Anästhesisten, OP- und Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Sozialdienst und Mitglieder der Geschäftsführung. Gemeinsam mit den Beschäftigten der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim hat Biomet zunächst das Grundkonzept für RR Spine entwickelt. Anschließend wurde das Programm für die spezifischen Anforderungen der Klinik optimiert. „Wir mussten zunächst die Schwachstellen in unseren Abläufen identifizieren“, erklärt Dr. Fleege. „Unter Einbeziehung der aktuellen internationalen Studienlage ergaben sich daraus die Themen für die Arbeitsgruppen, in denen die konkreten Optimierungs-konzepte entwickelt wurden. Dieses Zusammenwirken war sehr fruchtbar und förderte das interdisziplinäre Denken und Handeln.“


Erste Erfahrungen positiv
Die Rückmeldung der Patienten der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim ist bisher durchweg positiv, allerdings kann nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht über Resultate gesprochen werden. „Erfahrungen aus Schweden und Dänemark,wo Fast-Track-Konzepte in der Wirbelsäulenchirurgie schon länger angewendet werden, zeigen jedoch, dass die Patienten durch den Eingriff weniger ‚krank‘ gemacht werden und schneller wieder mobil sind“, betont Dr. Claudia Linke.