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Gute Startbedingungen – bessere Ergebnisse

Anämieprophylaxe als Teil orthopädisch-chirurgischer Versorgungsprozesse

Ein leitliniengerechtes Blut-Management kann dazu beitragen, die Risiken anämischer Patienten während und nach einer Operation entscheidend zu verringern. „Die präoperative Anämie ist ein ernstzunehmender und behandlungswürdiger Befund“, betonte Dr. Claus Cremer, Oberarzt in der Orthopädischen Abteilung des Spital Wallis (Schweiz) auf dem 2. Deutschsprachigen Rapid Recovery Symposium im April in Leipzig. „Die Anämieprophylaxe sollte daher unbedingt als Standardvorgang in die präoperative Phase aufgenommen werden.“ Rund ein Drittel aller Patienten in der Orthopädie leidet laut Fachliteratur an einer nicht diagnostizierten und damit unbehandelten Anämie [1,2].

 


„Die Anämieprophylaxe sollte unbedingt als Standardvorgang
in die präoperative Phase aufgenommen werden.“

Dr. Claus Cremer, Spital Wallis, Brig (Schweiz),
auf dem 2. Deutschen Rapid Recovery Symposium

 
Bei anämischen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie während oder nach einem operativen Eingriff eine allogene Erythrozytentransfusion benötigen, deutlich größer als bei nicht-anämischen [3]. Diese kann jedoch mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein, insbesondere wenn kardiovaskuläre Nebenerkrankungen vorliegen. Sie kann zu schwerwiegenden Transfusionsreaktionen, ernsthaften Effekten durch Immunmodulation und zur Übertragung infektiöser Erkrankungen führen. Dr. Cremer: „Klinische Studien legen nahe, dass eine präoperative Anämie nicht zuletzt aus diesem Grund die perioperative Morbidität und Mortalität der betroffenen Patienten erhöht. Desweiteren konnte nachgewiesen werden, dass das postoperative Infektionsrisiko bei transfundierten Patienten zwei- bis viermal höher ist als bei nicht transfundierten.“


Die Anämieprophylaxe führe nicht nur zu besseren klinischen Ergebnissen, sondern auch zu einer Verringerung der Verweildauer im Krankenhaus, argumentierte der Oberarzt in Leipzig und betonte: „Die Diagnose und Behandlung der Anämie vor, während und nach endoprothetischen Eingriffen stellt derzeit die Best Practice dar.“ Vor allem im Rahmen eines interdisziplinären und multiprofessionellen Behandlungsprogramms wie Rapid Recovery sei ein leitliniengerechtes Blut-Management geradezu obligat.


Die orthopädische Abteilung des Spitals Wallis am Standort Brig arbeitet als erste Klinik in der Schweiz seit Anfang 2012 nach Rapid-Recovery-Prinzipien. Das Team um Dr. Cremer und Abteilungsleiter Dr. Ottersbach hat bereits damit begonnen, die Anämieprophylaxe in das Versorgungskonzept zu integrieren – mit durchweg positiven Ergebnissen.

Das Konzept des Blut-Managements, wie von Dr. Cremer auf dem Rapid Recovery-Symposium vorgestellt, hat folgende Ziele:

  • Optimierung der Erythrozytenkonzentration
  • Minimierung des Blutverlustes
  • Nutzen und Optimieren der physiologischen Anämietoleranz (restriktive Schwellenwerte)

Um diese Ziele zu erreichen, wird vor der Operation abgeklärt, ob der Patient an einer Anämie leidet. Wenn ja, wird diese behandelt sowie das Vorgehen während und nach dem Eingriff auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmt.


„Am sinnvollsten wäre es, wenn bereits der Hausarzt die präoperative Abklärung übernähme“, erklärte Dr. Cremer. „So weit sind wir bei uns in Brig allerdings noch nicht. Daher machen wir etwa zehn Tage vor der Operation ein kleines Blutbild und bestimmen CRP-, Kreatinin- und Ferritin-Wert.“ Liegt eine Anämie vor, wird je nach Befundkonstellation und Zeitraum bis zur Operation ein Eisenpräparat gegeben. Bei stark anämischen Patienten kann es sein, dass die Operation verschoben werden muss, bis sich ihr Zustand verbessert hat.


Intraoperativ sorgen operationstechnische Verfahren dafür, dass der Patient möglichst wenig Blut verliert. Anästhesiologische und pharmakologische Strategien stellen sicher, dass sich die Anämie nicht verstärkt. Auch in der postoperativen Phase wird die Regeneration des Blutes aktiv vorangetrieben. Wenn nötig erhalten die Patienten bereits im Aufwachraum Eisen-III-Hydroxid-Polymaltose nach einem definierten Schema.
 

1 - Spahn DR. Anemia and patient blood management in hip and knee surgery: a systematic review of the literature. Anesthesiology, 2010; 113: 482-95
  
2 - Goddnough LT et al. Prevalence and classification of anemia in elective orthopedic surgery patients: Indication for blood conservation programs. Vox Sang 1992; 63:90-5

3 - Patient Blood Management Guidelines - National Blood Authority 2012 – National Health and Medical Research Council
 

 

Kontakt

Rapid Recovery-Team

Tel. + 43 (0) 664 6193009

E-Mail: iris.kaltenbrunner@biomet.com